Laufen für Kampfsportler: Bringt mir Jogging etwas?

Kampfsport ist kein Ausdauersport. Das Training besteht normalerweise aus kurzen, aber intensiven Belastungen. Das entspricht auch den Bedingungen in einer realen Selbstverteidigungssituation. Ein Angriff auf der Straße dauert nur selten länger als einige Minuten. Auch wenn sich die Zeit deutlich länger anfühlen kann. Der Verteidiger muss also nicht lange durchhalten, sondern seine Kraft schnell und gezielt einsetzen können. Dennoch ist es auch für Kampfsport und Selbstverteidigung wichtig, eine gewisse Grundausdauer mitzubringen. Die lässt sich durch konsequentes Lauftraining sehr gut aufbauen.

Was ist das beste Lauftraining für mich?

Grundsätzlich kann man zwei Trainingsmethoden unterscheiden: die Ausdauer- und die Intervallmethode. Wer die Ausdauermethode verwendet, läuft mit einer gleichbleibenden, relativ geringen Geschwindigkeit über eine ziemlich lange Zeit. Die meisten Jogger trainieren auf diese Weise. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an die Belastung. Die Herz-Kreislauf-Arbeit verbessert sich. Dabei wird Körperfett wird verbrannt. Man nimmt ab. Der Organismus entwickelt eine höhere Widerstandskraft gegen Ermüdung. Und er lernt, die im Blut gespeicherte Energie effektiver zu verwerten.

Im Kampfsport ist jedoch, wie bereits erwähnt, eher Schnellkraft als Ausdauer gefordert. Deshalb setzen viele Trainierende auf Intervalltraining. Bei dieser Methode wechseln sich intensive Belastungen mit geringeren ab. Man kann zum Beispiel aus dem Jogging einen Sprint starten und dann für einige Minuten in die langsamere Geschwindigkeit zurückkehren. Aus dem Jogging wechselt man dann wieder zum Sprint. Der Trainingsplan sollte den individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Zielen angepasst werden. Wer auf diese Weise trainiert, verbessert unter anderem die kurzfristige Erholungsfähigkeit des Körpers und allgemein die Herzleistung.

Jogging oder Sprint - finde dein individuelles Maß

Nicht jeder Freizeitsportler möchte sich strenge Regeln auferlegen. Es ist auch möglich, beide Belastungsarten spontan miteinander zu kombinieren. Ganz nach Körpergefühl und Tagesform. Nach der Aufwärmphase wechseln längere Jogging-Passagen mit Sprints. Zielpunkt kann zum Beispiel ein bestimmter Baum oder eine Straßenecke sein. Diese Methode wird zumeist als Fahrtspiel bezeichnet. Auch Hügel, Brücken oder Treppen bieten Gelegenheiten für intensive Phasen. Wer im Wald zeitweilig abseits des Weges läuft, kann nebenbei noch die allgemeine Koordination verbessern. Die ist auch im Kampfsport wichtig.

Letztlich gibt es keine perfekte Methode, die für alle passt. Jeder Trainierende muss selbst entscheiden, welche Ziele er wie erreichen möchte. Ein konstant und konsequent ausgeführtes Lauftraining verbessert jedoch nicht nur die körperlichen Ausdauer. Auch eine mentale Fähigkeit wird verbessert: die Disziplin. Wer in der Lage ist, dem ‚inneren Schweinehund‘ die Kontrolle über das eigene Leben zu entreißen, wird auch im Kampfsporttraining erfolgreich sein. Und für die Selbstverteidigung gilt: Nicht jeder Kampf kann und muss gewonnen werden. Wer schlau ist und sein Leben retten will, wird in manchen Situationen darum laufen.

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